Ihr lieben Wettergötter…

…wir, die künstlerische Leitung des Projekts RostockRevolutionRoad, würden gerne für morgen jeglichen Regen über Rostock abbestellen und wünschen uns wieder HIMMELBLAU!!! Ihr habt der Eröffnung des Hansetages heute mit Starkregen und Windböen einen irren Streich gespielt – wir brauchen unsere Hauptprobe 2 morgen wirklich dringend. Seid gnädig und lasst uns spielen!

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Proben in der Borwinstraße

„Das wird abgerissen? Wir wollen uns hier eine Wohnung anschauen?“ Es ist einfach wunderbar, wenn Passanten Theater im öffentlichen Raum überhaupt nicht erwarten, in eine Szene rein schliddern und sie für bare Münze nehmen. Seit Montag proben wir in den Straßen der KTV und haben das jetzt schon ein paar mal erlebt. Fussgänger, die stehen bleiben, weil unsere Sopranistin gerade singt; Nachbarn, die neugierig Fenster öffnen und kucken; Leute, die mit Kinderwagen oder Fahrrad durch die Szene rollen. Wir haben Spass am „Set“, die Darsteller/innen machen das super und es ist die beste Werbung. Plötzlich redet man über Theater. Neu an Bord ist die Heiligen-Geist-Kirche als Kooperationspartner und der Vodafon Laden am Dobi, was uns sehr freut! Die Kopfhörertechnik hat es leider nicht rechtzeitig zu unserer Hauptprobe 1 nach Rostock geschafft, aber auch das lösen wir.

(CW)

Ran ans Mikro!

So langsam wird es ernst – noch genau 2 Wochen bis zu unseren Voraufführungen. Die Anspannung steigt, die Zeit wird knapp, jetzt müssen Ergebnisse her. Deshalb haben wir uns unsere bereits geschriebenen Texte und Kathi von den Freigeistern geschnappt und sind mit beiden ins Aufnahmestudio von Radio LOHRO gegangen. Dort hat Kathi dann die ersten Voiceovers für unseren Rundgang eingesprochen und dem zukünftig zu Hörenden mit ihrer wunderbaren Stimme ein Gehör gegeben – ein toller Moment! Der Rundgang nimmt in unseren Köpfen immer konkretere Formen an, wir sind schon total gespannt auf das Endergebnis. Nochmal ein dickes Dankeschön an Radio LOHRO, allen voran Harry, für die Möglichkeit, in eurem fantastischen Studio aufzunehmen! Schon morgen kommen wir wieder und sprechen die letzten Texte ein. 14 Tage noch!

Stay tuned!

(LR)

Wir arbeiten dran…

aber jetzt wird es schwierig. Die Zeit der Nachtschichten hat begonnen. Noch 5 Tage bis zum ersten großen Testlauf – der sicher chaotisch werden wird. Wir ertrinken in organisatorischen Aufgaben und die To-Do-Liste ist nie aktuell. So lange man nachdenkt, so lange fallen einem auch Dinge ein, an die man noch nicht gedacht hat. Die Routen stehen noch nicht, wir arbeiten noch an den Textfassungen, es müssen Rechtefragen geklärt werden, Verträge erstellt werden, die Kopfhörertechnik wird erst am kommenden Dienstag eintreffen, weil sie noch auf einem anderen Festival im Einsatz ist, die Regie hat begonnen szenisch mit den Darstellern zu arbeiten, etc.pp. Wir hängen bei einigen Genehmigungsanfragen seit gefühlt 2 Wochen in der Warteschleife und kriegen auf unsere Emails und Anrufe einfach keine Antworten. Inzwischen denken wir manchmal: „Dann sagt doch einfach: Nein, sorry es geht nicht.“ Das wäre immerhin eine Entscheidung…aber wir haben den Eindruck, dass man hier einfach nicht nein sagt, sondern verschiebt und verzögert, bis die Sachen im Sande verlaufen. Das ist zermürbend und uns läuft die Zeit davon. Gestern kam leider die Absage aus Berlin, sodass wir das „Zwischendeck“ im Einkaufszentrum Neptunwerft nicht bespielen können. Sicherheitstechnisch geht das einfach nicht und bekommt man keine Ausnahmegenehmigung, was rational nachvollziehbar, aber unendlich schade und künstlerisch gedacht für dieses Projekt wirklich ein Verlust ist. Natürlich arbeiten wir inzwischen an Überlegungen, wie wir künstlerisch damit umgehen, wenn Stationen entfallen müssen. Dann müssen wir die Routen anpassen oder neues Material (er)finden. Wir hoffen sehr, dass wir die Genehmigung für die Bespielung des Kellers der ehemaligen Ankerbrauerei doch noch bekommen, aber das Bauchgefühl ist inzwischen sehr skeptisch. Es klappt aber auch viel! Wir wollen nicht alle Orte verraten, aber wir haben natürlich auch Genehmigungen bekommen und sind sehr dankbar. Erik vom Institut für Neue Medien hilft uns mit der Technik. Neu im Team seit vorgestern ist außerdem unsere wunderbare Ausstattungsassistentin Lisa, die nun Kostümideen entwickelt. Immer wieder laufen wir unsere Routen in der KTV ab und spinnen rum, was hier und da passieren oder wir den Zuschauern auf die Ohren geben könnten. Also, falls ihr irgendwo Leute durch die Gegend schleichen seht, die vielleicht noch merkwürdig interessiert ins Ladenfenster schauen („Mmmm…könnte man hier vielleicht…“), dann einfach nicht wundern – sind nur wir vom Theater.

(CW)

Rascheln, Rauschen, Kreischen, Zwitschern

„ptschik ptschik“, „klunk klunk“ und „brrrrrr“ wären wohl die treffendsten Beschreibungen, um zu erklären, wonach wir am vergangenen Wochenende suchten. Unser Sound-designer Felix ist aus dem tiefen Süden Stuttgarts angerollt, um die „Stimme Rostocks“ zu erkunden und aufzuzeichnen. Bewaffnet mit riesigen Köpfhörern, Aufnahmegeräten, diversen Mikrofon-Köpfen und Schaumstoff-Plop-Schützern gegen das Windrauschen ging es durch die Stadt.

Alles, was gluckste, brummte, surrte oder kreischte, war unser Ziel. Denn neben den Stimmen der Rostocker*innen wollen wir auf der REVOLUTION ROAD auch die Sounds der Stadt wiedergeben. Wie hören sich Orte an? Welche Klänge verleihen ihnen Charakter? Und welches Gebäude ist verstummt, als es die Menschen verließen? Während wir Theaterleute mit den Freigeistern der KTV ein Gesicht verleihen wollen, ist Felix vom Sound also dafür da, ihr eine Stimme zu geben.

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Die Astronomische Uhr lädt nicht nur zum Hingucken, sondern auch Hinhören ein.

Kurioser Nebeneffekt: Menschen, die Mikrofone vor sich hertragen oder Wände abklopfen und ihr Ohr dagegen pressen, werden sehr schnell in ein Gespräch verwickelt, das meistens mit folgender Formel beginnt: „Was machen Sie da?“.

(JD)

 

Theaterprojekt im Stadtraum KTV Rostock

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