Einmal ins Nirgendwo und wieder zurück, bitte!

Obwohl wir die Geschichten und Revolutionen in der unmittelbaren Nachbarschaft des Theaters untersuchen, verschlägt es das Team nicht allzu selten in entlegenere Winkel.

So stand eine Reise nach Langen Brütz (ca. 3 Stunden mit Bus und Bahn von Rostock entfernt) auf dem Plan, um den bekannten Fotografen Siegfried Wittenburg zu treffen. Der erzählte auf der Terrasse seines Hauses von seinen Eindrücken während der Wendezeit 1989/ 90 und wie er die „Friedliche Revolution“ in Rostock mit seinen Bildern dokumentierte.

Nur wenige Tage später ging es dann nach Roggentin, um dort ein Interview zu der „Erhaltungswohner-Initiative“ der 89er Jahre mit Kristin Fibian zu führen. Da hält der Bus dann auch plötzlich mitten auf einem Feldweg und für Jeffrey, der sich in Rostock und Umgebung natürlich gar nicht auskennt, war das doch nochmal ein kleines Abenteuer Büroraume zwischen Kornblumen, Mohn und Bohnenschoten (ohne Navi!) zu finden.

Die Reisen und Geschichten werden also länger, das Konzept hingegen verdichtet sich.

(JD)

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„Ich habe noch nicht verstanden, was sie vorhaben?“

Die Frage aller Fragen. Was treiben wir hier? Wie stellen wir uns das Projekt vor? Wir führen Gespräche, hören zu, sammeln Material/Erinnerungen, machen Fotos von Orten und führen Interviews, wollen Neues und Altes entdecken und werden unsere Eindrücke in einem theatralen Stadtrundgang künstlerisch verarbeiten. Hier in der KTV, wo wir gerade leben und arbeiten. Wir freuen uns darauf, was die Projektpartner an Ideen entwickeln werden und jene Menschen einbringen die zufällig oder über Freunde von dem Projekt erfahren. Harry, von Radio Lohro, hat für uns neulich die Beschreibung „Theaterwanderer“ erfunden – das gefällt uns. Wir sind auf einem guten Weg unser Virtel genauer kennenzulernen und können noch nicht genau sagen, wohin das führen wird.

Die ersten Spaziergänge und Gespräche habe ganz verschiedene Felder aufgemacht: neue Orte, verloren gegangene Orte, Sprengungen, Keller und Ruinen(Nutzung), Entstehung und Wandel ab 1900, Gentrifizierung, Hausbesetzungen, Sound einer Stadt, Bedeutung des Hafens, Nachtlokale, Systemumbrüche, Leben in der DDR, Überwachung, (innere) Auflehnung, Alltag, Freiheit, Firmengeschichten, Parkour, Körperlichkeit, Blick der Jugend auf die KTV heute…wir könnten die Liste fortsetzen. Es wird nicht ganz einfach werden nach unserer Recherchephase zu entscheiden, welchen Fragestellungen wir in der Probenphase genauer nachgehen und an welchen Orten wir am Ende stehen bleiben und Geschichten erzählen/erfinden werden. Hier noch eine kleine Auswahl an Fotoeindrücken von Orten die wir besichtigt haben und spannend finden. Lasst uns wissen, wenn ihr jetzt sofort denkt: „Ob die schon … auf dem Schirm haben?“ Kommentiert, schreibt uns und erzählt Freunden von dem Projekt in der Nachbarschaft. Das ist ein wesentlicher Teil dessen, was wir hier gerade versuchen.

(CW)

 

 

Start in die zweite Recherchewoche

Wir merken bereits, die Mühe lohnt sich. Nachdem wir letzte Woche viel Material gelesen, verschiedene mögliche Orte besichtigt und erste interessante Gespräche geführt haben, setzen wir unsere Recherche diese Woche munter fort. Inzwischen gehen wir mit einem ganz anderen Blick durch unseren Stadtteil. „Was hier wohl früher mal war? Wo treiben sich die Studenten eigentlich rum? Könnte der Hinterhof was sein? Eigentlich würde ich gerne was in einem leerstehenden Haus machen. Könnten wir dafür nicht doch eine Sondergenehmigung kriegen? Uns fehlen Frauenstimmen!“ Gedanken, die uns im Moment umtreiben. Ein Name führt zum nächsten, wir kriegen Hinweise und man ruft einfach mal an und verabredet. Überall stoßen wir auf offene Ohren. Morgen geht es nochmal in die Max-Dreyer Stube DVD-Material und Bücher zur KTV sichten und am Abend wollen uns die Freigeister zeigen, welche Orte für sie wichtig sind. Wir werden berichten!

(CW)

Theaterprojekt im Stadtraum KTV Rostock

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