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„Und was haben Sie erlebt, wenn ich fragen darf?“

„Und was haben Sie erlebt, wenn ich fragen darf?“ Unsere Voraufführungen am Montag liefen sehr gut über die Bühne – äh Straße. „Ja, wir haben…“ und mehr wollen wir hier nicht mehr verraten, denn morgen ist Premiere und dann kann jeder selbst zum Theaterwanderer in der KTV werden. Nur so viel sei gesagt: uns, dem künstlerischen Team, war es sehr wichtig Anregungen zu geben und Fragen zu stellen und es ist eine große Freude am Ende mit den ZuschauerInnen ins Gespräch zu kommen.

Dafür hat sich jeder Arbeitsprozess und Probenkrimi gelohnt! Ein paar Beispiele gefällig?

– ausgefallene Aufnahmegeräte

– nicht funktionierende Schnittprogramme (free Software halt ne)

– fehlender Raum: „Äh,…ich glaube wir brauchen ein Projektbüro…irgendeinen Ort, wo alles lagern kann.“)

– nicht zufriedenstellende Kopfhörertechnik („Man hört nichts mehr von der Komposition. Alles weggefiltert. Das geht so nicht.“

– Probleme mit dem DVD-Player

– verschlossenen Garagentüren (die Batterien in der Fernbedienung…)

– Funkstörungen am Hafen

– den ein oder anderen hat auch mal eine Erkältung umgehauen

– Genehmigungsfragen (That’s a long story…)

– Kooperationspartnern, denen wir vergessen hatten einen Probentermin mitzuteilen – SORRY!

– Kooperationspartner, die unsere Termine leider vergessen hatten

– fehlende Ladekabel und Drucker

– unendlich langsames WLAN, usw.

Naja, ihr wisst schon. Der übliche Irrsinn eben. Jetzt gibt es hier noch ein paar Inszenierungsfotos und dann sehen wir uns morgen oder am Freitag, denn jetzt funktioniert ja alles und die Technik ist aufgeladen! Ihr müsst quassi kommen!

(CW)

Fotografin: Dorit Gätjen / Volkstheater Rostock

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Sorry, da fährt gerade ein Laster in mein Büro…

Noch T-2 bis zur Premiere. Sprich: Übermorgen geht’s los mit unseren Voraufführungen. Da haben wir uns gedacht, wenn wir mit der Inszenierung schon die Straßen erobern, können wir das auch mit unserem Büro und haben das einfach unter das Banner an den Doberaner Platz verlegt. Dort konnten Interessierte Infomaterialien bei uns abholen und auch schon erste Kostproben unserer Soundfiles über die originalen Head-Sets anhören. Besonders toll wurde es, als sich ein riesiger Schatten mitten am Tag über den improvisierten Bürotisch ausbreitete und Jeffrey beim Telefonieren mit dem Sounddesigner feststellte, dass es sich dabei um einen LKW handelte… Aber hey, es geht uns ja schließlich um den Sound der Stadt und den gab es heute ungemein deutlich auf die Ohren.

Es bleibt spannend! Wenn ihr noch keine Karten habt: Ran an die Vorverkaufskassen! Es sind nur 3 Vorstellungstage mit je 2 Touren angesetzt.

http://www.volkstheater-rostock.de/spielplan/monatsplan/rostockrevolutionroad/668/

Stay tuned! Stay online!

Ran ans Mikro!

So langsam wird es ernst – noch genau 2 Wochen bis zu unseren Voraufführungen. Die Anspannung steigt, die Zeit wird knapp, jetzt müssen Ergebnisse her. Deshalb haben wir uns unsere bereits geschriebenen Texte und Kathi von den Freigeistern geschnappt und sind mit beiden ins Aufnahmestudio von Radio LOHRO gegangen. Dort hat Kathi dann die ersten Voiceovers für unseren Rundgang eingesprochen und dem zukünftig zu Hörenden mit ihrer wunderbaren Stimme ein Gehör gegeben – ein toller Moment! Der Rundgang nimmt in unseren Köpfen immer konkretere Formen an, wir sind schon total gespannt auf das Endergebnis. Nochmal ein dickes Dankeschön an Radio LOHRO, allen voran Harry, für die Möglichkeit, in eurem fantastischen Studio aufzunehmen! Schon morgen kommen wir wieder und sprechen die letzten Texte ein. 14 Tage noch!

Stay tuned!

(LR)

Rascheln, Rauschen, Kreischen, Zwitschern

„ptschik ptschik“, „klunk klunk“ und „brrrrrr“ wären wohl die treffendsten Beschreibungen, um zu erklären, wonach wir am vergangenen Wochenende suchten. Unser Sound-designer Felix ist aus dem tiefen Süden Stuttgarts angerollt, um die „Stimme Rostocks“ zu erkunden und aufzuzeichnen. Bewaffnet mit riesigen Köpfhörern, Aufnahmegeräten, diversen Mikrofon-Köpfen und Schaumstoff-Plop-Schützern gegen das Windrauschen ging es durch die Stadt.

Alles, was gluckste, brummte, surrte oder kreischte, war unser Ziel. Denn neben den Stimmen der Rostocker*innen wollen wir auf der REVOLUTION ROAD auch die Sounds der Stadt wiedergeben. Wie hören sich Orte an? Welche Klänge verleihen ihnen Charakter? Und welches Gebäude ist verstummt, als es die Menschen verließen? Während wir Theaterleute mit den Freigeistern der KTV ein Gesicht verleihen wollen, ist Felix vom Sound also dafür da, ihr eine Stimme zu geben.

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Die Astronomische Uhr lädt nicht nur zum Hingucken, sondern auch Hinhören ein.

Kurioser Nebeneffekt: Menschen, die Mikrofone vor sich hertragen oder Wände abklopfen und ihr Ohr dagegen pressen, werden sehr schnell in ein Gespräch verwickelt, das meistens mit folgender Formel beginnt: „Was machen Sie da?“.

(JD)

 

Auf die Ohren und rein in die Köpfe

Vergangenen Dienstag gab es eine erste Hörprobe unseres Audio-Walk-Projektes. Beim „Kulturkonzentrat“ von unserem Projektpartner Radio LOHRO stellte Jeffrey Döring zusammen mit Harry Köber das Projekt Rostock Revolution Road live im Radio vor. Später wurde das Studio auch noch durch die Mitglieder des „Theaters der Generationen“ und Leiter Christof Lange gestürmt.

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Kurz vor der Radiosendung „Kulturkonzentrat“ mit Moderatorin Elly und Harry Köber

Mittlerweile fühlt sich manch eine/r unseres Teams auch schon wie ein Mitglied einer Radio-Redaktion, denn wir sind nun dabei, das Audiomaterial aus den Interviews aufzubereiten und zu schneiden. Ab dem 02. Juli können wir also unsere ganz eigene Audio-Session mit interessierten Rostocker*innen starten.

Stay tuned! We stay on air!

(JD)

Einmal ins Nirgendwo und wieder zurück, bitte!

Obwohl wir die Geschichten und Revolutionen in der unmittelbaren Nachbarschaft des Theaters untersuchen, verschlägt es das Team nicht allzu selten in entlegenere Winkel.

So stand eine Reise nach Langen Brütz (ca. 3 Stunden mit Bus und Bahn von Rostock entfernt) auf dem Plan, um den bekannten Fotografen Siegfried Wittenburg zu treffen. Der erzählte auf der Terrasse seines Hauses von seinen Eindrücken während der Wendezeit 1989/ 90 und wie er die „Friedliche Revolution“ in Rostock mit seinen Bildern dokumentierte.

Nur wenige Tage später ging es dann nach Roggentin, um dort ein Interview zu der „Erhaltungswohner-Initiative“ der 89er Jahre mit Kristin Fibian zu führen. Da hält der Bus dann auch plötzlich mitten auf einem Feldweg und für Jeffrey, der sich in Rostock und Umgebung natürlich gar nicht auskennt, war das doch nochmal ein kleines Abenteuer Büroraume zwischen Kornblumen, Mohn und Bohnenschoten (ohne Navi!) zu finden.

Die Reisen und Geschichten werden also länger, das Konzept hingegen verdichtet sich.

(JD)